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| Darmstadt 1840 |
Sonntag, 19. Februar 2017
Wort zum Sonntag.
Donnerstag, 16. Februar 2017
Kurzprogramm, Finale Version
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| Narrenschiff Darmstadt |
Umdenken statt „Weiter so“
Kurzprogramm
1.Dezentralisierung
und Demokratisierung
der Stadt: Ortsbeiräte für die Stadtteile Darmstadt, Bessungen, Arheilgen,
Eberstadt und Kranichstein.
2. Verkehrsbelastung
gerechter verteilen. Darmstadt braucht keine Umgehungs- sondern
Entlastungsstraßen. Der Eifelring ist bis zur Gräfenhäuser Straße zu
verlängern. Darmstadt braucht eine Verbindung des Martin-Luther-King-Rings mit
der Erbacher Straße. Der Böllenfalltorweg kann als Entlastungsstraße bis zur
Eugen-Kogon-Straße dienen.
3. „Cityring“ zurückbauen.
Bestechliche Politiker und geldgierige Investoren haben die Darmstädter Innenstadt
vor 40 Jahren in eine Betonwüste verwandelt. Die Bausünden des „autogerechten“
Umbaus der Innenstadt müssen beseitigt werden.
4. Parkmonopol beseitigen.
Der politische und ökonomische Filz der 70iger Jahre schuf ein teures Parkhaus-Monopol,
das die Stadt verschandelt. Parken am Straßenrand muß wieder möglich und
bezahlbar sein.
5. Regiotram für 100.000 Pendler.
Das veraltete Straßenbahnsystem ist zu einem leistungsfähigen Stadtbahnsystem
umzubauen und mit den regionalen Schienennetzen zu einer „Regiotram“ nach
Kasseler Vorbild zu verbinden. Nur so schaffen wir einen Quantensprung
im ÖPNV. 100.000 Pendler kommen aus dem Umland, vor allem Familien wohnen dort,
auch sie sind „Darmstädter“.
6.
Wohnungen: Mut zur Wahrheit. Wer den Bürgern 10.000 neue „bezahlbare“ Wohnungen
verspricht, will betrügen. Die als Lösung angebotene „Nachverdichtung“ würde
die Lebensqualität erheblich verschlechtern .In der Stadt kann nur noch in
geringem Maß Wohnraum durch Lückenschluß oder Konversion entstehen. Die Lösung
liegt in der Vernetzung mit der Region. Nur dort gibt es noch „bezahlbaren
Wohnraum“.
7. Die sozialen Brennpunkte
der Stadt sind vor allem Folgen einer verfehlten Stadtbaupolitik. Die Stadt
schafft mit einer 1.000-Personen-Unterkunft für Asylbewerber am Sensfelder Weg
gerade einen weiteren sozialen Brennpunkt. Umdenken statt weiter so.
8. Umwelt: Alleen und baumbestandene
Plätze
sollen wieder in die Stadt zurückkehren. Ein neuer „Verkehrskompromiß“ könnte
das möglich machen. Die Lichtwiesenbahn ist sinnfrei und zerstört einen
innerstädtischen Park.
9. Darmstadt muß aus der
mißratenen „Energiewende“ aussteigen. Wir können es nicht zulassen, daß vor unserer Tür
der Odenwald mit 400 Windrädern vom Natur- zum Industriepark wird. Die
steigenden Energiepreise werden bis 2025 eine vierköpfige Familie 35.000
Euro kosten. Die Beteiligung der HEAG an Windparks im Odenwald ist zu
beenden.
10.
Kinderbetreuungseinrichtungen auch an Schulen sollen den Bedarf decken, und nicht
der Ideologie der an der Vollzeitbeschäftigung beider Eltern orientierten
„Lufthoheit über den Kinderbetten“ dienen.
11.
Kulturpolitik
ist in Darmstadt Staatstheaterpolitik. Derzeit zahlen Stadt und Land 33 Mio
per anno für das Staatstheater. Da bleibt nicht mehr viel für die Förderung
freier Initiativen.
12.
Sport: Der
Neubau und Umzug des SV 98-Stadions muß zügig erfolgen. Der alte Standort
taugt schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
13.
Partnerstädte:
Das als Instrument der europäischen Versöhnung geschaffene Vertragswerk
der „Partnerstädte“ weist eine Lücke aus. Eine russische Partnerstadt fehlt.
Der Kalte Krieg ist zu Ende.
Kirchturmdenken überwinden.
Hans Mohrmann.
Oberbürgermeister für Darmstadt.
Sonntag, 12. Februar 2017
Sonntagsbild und Sonntagswort
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| El Greco, die Hochzeit der Jungfrau |
Es ist auch gesagt / Wer sich von seinem Weibe scheidet/der soll ihr geben einen Scheidbrieff. Ich aber sage auch/wer sich von seinem Weibe scheidet/es sey denn umb Ehebruch/der macht/das sie die Ehe bricht/und wer eine Abgescheidete freiet/der bricht die Ehe. (Luther-Übersetzung, Matthäus 5, 31,32) Tages-Evangelium von 12.2.2017
Samstag, 11. Februar 2017
Programm: 2. Verkehrsbelastung gerecht verteilen.
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| Hügelstraße 16 vor dem Krieg noch ohne Stadtautobahn. |
Die Hügelstraße ist heute die schmutzigste und lauteste Straße der Stadt. Kommerz und die zarten Sinne der Bewohner der "grünen Viertel" gehen vor den Belangen der Sozialmieter an einer Straße, die eigentlich schon immer eine Wohnstraße war.
Enlastungsstraßen könnten helfen.
Wer aber in Google "Darmstadt" und "Umgehung" eingibt, wird vor allem finden, daß in Darmstadt jede Menge "Gegen-"-Initiativen existieren.
Aber das Bild ist nicht zutreffend.
So gab es eine Initiative in Darmstadt, die BI gegen die "Osttangente", die gleichzeitig für eine Umgehungsstraße, oder korrekter gesagt, eine Entlastungsstraße eintrat. Diese Straße sollte in Fortsetzung des Martin-Luther-King-Rings westlich entlang der Odenwaldbahn das Martinsviertel vom Durchgangsverkehr entlasten.
Die Ost-Tangente war als vierspurige Stadtautobahn mitten durch das Martinsviertel geplant. Die alten Häuser an der Arheilger Straße wären abgerissen worden, das Martinsviertel wäre zum "Trassenviertel" mutiert.
Die Alternativ-Trasse nannte sich "Advokatentrasse", weil sie als Gegenentwurf zur Ost-Tangente von den Planeradvokaten des Sanierungsgebietes Martinsviertel entworfen wurde. Doch sie wurde durch die bewußte und gewollte Genehmigung von Gebäuden auf dieser Trasse durch den berühmt-berüchtigten Planungsdezernenten Reißer zumindest erschwert.
Eine "Umgehung" braucht kein Mensch, eine "Entlastung" aber sehr wohl, denn wer etwa aus Kranichstein in Richtung Böllenfalltor will, muß mitten durch die Stadt, durch die viel zu enge Kranichsteiner Straße etwa.
2. Verkehrsbelastung gerechter verteilen. Darmstadt braucht keine Umgehungs- sondern Entlastungsstraßen. Der Eifelring ist bis zur Gräfenhäuser Straße zu verlängern. Für die Verbindung des Martin-Luther-King-Rings mit der Erbacher Straße braucht es neue Ideen. Der Böllenfalltorweg ist als Entlastungsstraße bis zur Eugen-Kogon-Straße auszubauen.
Freitag, 10. Februar 2017
Programm: 1. De-Zentralisierung und Demokratisierung
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| Eine Hommage an Wilhelm Röpke |
In der Kernstadt leben, wenn man die statistischen Bezirke Darmstadt-West und Darmstadt-Nord großzügigerweise dazuzählt, weniger als 60.000 Menschen. Eine eher kleine Mittelstadt.
Erst wenn man die seit 1888 eingemeindeten Kleinstädte Bessungen (eingemeindet 1888) mit rund 13.000 Einwohnern, den anschließenden Stadtteil Darmstadt-West mit rund 16.000 Einwohnern, die 1938 durch den NSDAP-Gauleiter Sprenger zwangseingemeindeten ehemals selbständigen Kleinstädte Arheilgen (rund 17.000 Einwohner) die Mittelstadt Eberstadt (rund 22.000 Einwohner), sowie die erst in den 70ger Jahren entstandene "Trabantenstadt" Kranichstein (11.000 Einwohner) dazuzählt wird die Mittelstadt Darmstadt zur Großstadt.
Daß seit 1977 auch die Kleinstadt Wixhausen mit rund 6.000 Einwohner dazugehört, haben wir dem jakobinisch-sozialistischen Ungeist der 1977 von der damaligen sozialliberalen Koalition veranstalteten "Gebietsreform" zu verdanken.
Soziologisch und historisch aber ist "Darmstadt" nur der kleinere Teile eines Konglomerates von Klein und Mittelstädten.
Dennoch haben diese kleinen und mittleren Städte, bis auf Wixhausen, auch den letzten Rest von Autonomie verloren. Darmstadts OB und Stadtverordnetenversammlung regieren gleichsam absolutistisch über Stadtteile, denen man seit teilweise mehr als hundert Jahren noch nicht einmal einen Ortsbeirat gönnt.
Immer dann, wenn es einer wieder einmal anregt, wenigstens für ein paar Stadtteile die in der HGO vorgesehenen Ortbeiräte einzurichten, wird dies meistens aus eine GANZ GROßEN KOALITION aus SPD, CDU, Grünen, FDP, Linken und "UFBASSE" abgelehnt. Die Stadtteile seien ja auch schon in der StaVo repräsentiert, heißt es dann.
Allerdings, wie man weiß, sind sie dort eben immer eine Minderheit, die aus politischen Gründen in der Regel überstimmt wird. So geschehen bei der Auseinandersetzung um die Straßenbahn nach Kranichstein, die auf den fast einhelligen Widerstand der Kranichsteiner stieß, ebenso wie die Verlängerung der Straßenbahn in Arheilgen.
1. Dezentralisierung und Demokratisierung der Stadt: Ortsbeiräte für die Stadtteile Darmstadt, Bessungen, Arheilgen, Eberstadt und Kranichstein.
Erklärung: Die in der Regel zwangseingemeindeten Stadtteile außer Wixhausen besitzen keinerlei Autonomie mehr, Darmstadt regiert über diese Stadtteile und über die Köpfe der Einwohner hinweg.
Wilhelm Röpke hielt die "Konzentration" sei es in ökonomischer oder politischer Hinsicht für das Erbübel schlechthin. Röpke gilt als einer der "Väter" der politischen Theorie der sozialen Marktwirtschaft.
Donnerstag, 9. Februar 2017
Nazis, Sozis und die Stadt
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| Darmstadt Marktplatz Jahrhundertwende |
Eigentlich war in der an begabten Architekten und Stadtplanern nicht armen Stadt Darmstadt ja genug Sachverstand konzentriert, und zwar ohne braune Flecken auf der Weste. Es hätte ja auch der künstlerisch begabte Otto Bartning werden können, der die Linien der Stadtplanung vorgab, oder der Architekturhistoriker Professor Karl Gruber.
Karl Gruber wurde immerhin in der allzu kurzen Aufbruchsphase nach dem Krieg noch zum Leiter der Wiederaufbaukommission der TH ernannt. Sein Wiederaufbauplan für die Altstadt aber blieb unberücksichtigt.
Nicht Gruber wurde 1946 zum Oberbaudirektor der Stadt ernannt, sondern der Albert-Speer-Jünger und gerade frisch mit einem "Persil-Schein" gewaschene NS-Architekt Peter Grund. Und in seiner Zeit als Kultusminister protegierte ausgerechnet Metzger dann auch noch Grunds Ex-Parteigenossen Herbert Rimpl und Ernst Neufert. Beide gelangten in höchste Ämter an der TH Darmstadt.
Gemeinsam machten sich diese drei daran, die Altstadt im Speerschen Sinne zu dekonstruieren. Dutzende Privatgrundstücke wurden flächendeckend enteignet, die Trümmer der Altstadt mit Bulldozern zum Planum einer überdimensionierten Aufmarschstraße - der Landgraf-Georg-Straße - zusammengeschoben. Auf der südlichen Seite blieb inmitten einer spärlichen Randbebauung eine Brache, die euphemistisch als "Park" deklariert wurde, nördlich machten sich die banalen Zweckbauten der TH breit.
Mit alten Nazis ... hatte Metzger keine Probleme. Schon 1947 (richtig: 1946) berief er den NS-Architekten Peter Grund zum Darmstädter Oberbaudirektor; zeitgleich erhielten Grunds ehemalige Parteigenossen Herbert Rimpl und Ernst Neufert höchste Ämter an der Technischen Hochschule. Rimpl entwarf den Generalplan für den Wiederaufbau der TH. Neufert stapelte das Gewünschte mit größtmöglicher Rücksichtslosigkeit ins Weichbild der Darmstädter City.
... Gegen Grund hatte Karl Gruber - selber TH-Professor - keine Chance. Gruber hatte schon 1945/46 einen Wiederaufbauplan entwickelt, der behutsam versuchte, Stadtgeschichte und Stadtform in eine der Neuzeit gemäße Topografie zu überführen. Das Grand Design, das nun zum Zuge kam, wischte dagegen alle historischen Grundrisse vom Tisch. (Honold, Echo, Die Tote-Hosen-Zone der TU)Die Altstadt war damit plattgemacht, im wahrsten Sinn des Wortes, und mit überdimensionierten Straßenbauten zerschnitt Grund anschließend die Neue Vorstadt, Mollers Design.
Die verbleibenden schäbigen Reste erledigte dann der Filz aus "Investoren" - vor allem einem Investor - und einer faulen, korrupten und offenbar nach dem Baustoff Beton süchtigen Koalition aus praktisch allen politischen Parteien Darmstadt.
Professor Karl Gruber durfte die Stadtkirche wieder aufbauen, mehr nicht. Das Kaufhaus Fuld hinten rechts gehörte einer der einflußreichsten jüdischen Familien Darmstadts. Das Bild muß daher vor 33 und wohl kurz nach der Jahrhundertwende entstanden sein.
Montag, 6. Februar 2017
Montagsbild: das "Kleine Haus"
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| Herkunft des Bildes: http://www.dein-darmstadt.de/bilder/alle |
Das Kleine Haus war ursprünglich eine Reithalle und bis zur Brandnacht eines der ältesten Theatergebäude Deutschlands. Es brannte nieder, wäre jedoch, wie andere Gebäude, wieder rekonstruierbar gewesen.
Trotz Widerstands aus der Bevölkerung, die mit 18.000 Unterschriften den Wiederaufbau des Theaterensembles forderten, fiel das Theater dem Neuerungswahn zum Opfer.
Ein früherer Planungsdezernent warf den Darmstädter Abrißbirnen später einmal vor, "Krieg gegen geschichtliche Denkmale" geführt zu haben und noch immer zu führen. "Sozialistische Intoleranz gegenüber feudalen Bauwerken" sei ausschlaggebend dafür gewesen, dass "die Stadt Darmstadt und das Land Hessen in der Vergangenheit wichtige historische Bauten verkommen ließen und dem Erdboden gleichmachten".
So kann man das sagen.
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